Dentosophie
Funktionelle Therapie für Kiefer und Körper
Unser Kiefer ist eng mit dem Stütz- und Bewegungsapparat vernetzt. Die Art, wie wir atmen, schlucken und kauen, kann sich auch auf Körperhaltung und Wohlbefinden auswirken.
Sind diese Grundfunktionen gestört, etwa durch eine ungünstige Zungenlage oder überwiegende Mundatmung, können funktionelle Fehlbelastungen entstehen. Die Dentosophie setzt hier an und zielt darauf ab, natürliche Funktionsmuster von Zunge, Muskulatur und Kiefer zu fördern.
Wie funktioniert die Dentosophie?
Im Unterschied zu mechanischen Verfahren nutzt die Dentosophie die Fähigkeit des Körpers zur Selbstregulation. Ziel ist es, grundlegende Funktionen bewusster und natürlicher ablaufen zu lassen.
Im Fokus stehen:
- Atmung: Förderung der Nasenatmung
- Schlucken: Unterstützung einer natürlichen Zungenlage
- Kauen: Ausgleich eines einseitigen Kaumusters
Die Therapie kommt ohne invasive Maßnahmen aus und versteht sich als funktionelle Ergänzung innerhalb eines zahnmedizinischen Behandlungskonzepts.
Der Balancer
Zentrales Element der Therapie ist ein spezielles Trainingsgerät aus weichem Material, der sogenannte Balancer. Er wird aktiv getragen und unterstützt das Zusammenspiel von Zunge, Lippen und Kaumuskulatur.
Der Balancer wirkt dreifach:
- Zungentraining: Eine innere Führung unterstützt die Zunge dabei, ihre natürliche Ruhelage am Gaumen einzunehmen.
- Lippenschluss: Ein äußeres Element fördert den entspannten Mundschluss.
- Muskelbalance: Die Kauebene bietet den nötigen Widerstand, um die Kaumuskulatur zu stabilisieren.
Das Tragen des Balancers ist unkompliziert. Er wird in der Regel etwa eine Stunde tagsüber und während der gesamten Nacht getragen. Begleitet wird dies durch gezielte Übungen, die wir Ihnen in der Praxis zeigen.
Für wen ist Dentosophie geeignet?
Da die Methode auf natürlichen Wachstumsimpulsen und Muskelumgewöhnung basiert, kann sie in nahezu jedem Lebensalter eingesetzt werden – vom Kleinkind bis ins hohe Erwachsenenalter.
Da die Methode auf natürlichen Wachstumsimpulsen und Muskelumgewöhnung basiert, kann sie in nahezu jedem Lebensalter eingesetzt werden – vom Kleinkind bis ins hohe Erwachsenenalter.
Bei Kindern lassen sich funktionelle Entwicklungen im Wachstum frühzeitig begleiten. So können Fehlentwicklungen sanft beeinflusst werden, bevor sie sich verfestigen. Eine dentosophische Therapie kann sinnvoll sein bei:
- Mundatmung und häufig offenem Mund
- Platzmangel im Milchgebiss oder Kieferfehlstellungen
- Problemen bei Schnullerentwöhnung oder Daumenlutschen
- Sprachauffälligkeiten (z. B. Lispeln)
- häufigen Infekten im Hals-Nasen-Ohren-Bereich
- Konzentrationsproblemen und Unruhe
- Zähneknirschen
Auch im Erwachsenenalter können funktionelle Störungen behandelt werden, die häufig über Jahre unbemerkt geblieben sind. Die Dentosophie kann hier unterstützend eingesetzt werden, zum Beispiel bei:
- Kiefergelenksbeschwerden (CMD) und Zähneknirschen
- Verspannungen im Kopf- und Nackenbereich, Kopfschmerzen oder Migräne
- Rücken- und Gelenkbeschwerden im Zusammenhang mit Fehlhaltungen
- Schlafstörungen und Schnarchen
- chronischer Mundatmung und ungünstiger Zungenlage